Urvah Khan, eine Pakistanerin aus Kanada, will die Rockmusik für südasiatische Frauen verändern. Ihr einzigartiger Sound ist beeinflusst von ihren pakistanischen Wurzeln, südasiatischem Progressive Rock und ihrer kanadischen Identität.

„Ich wollte die Art von Rockmusik machen, die braune Frauen wie ich hören wollen“, sagt sie. Khan studierte klassischen, indischen Gesang und lässt Rock und Melodien aus Pakistan mit einfließen. Sie will außerdem die nächste Generation von Frauen wie sie motivieren, die Musikindustrie zu dominieren.

Khan nutzt ihren eigenen Style um sich künstlerisch auszudrücken und sich selbst als Musikerin zu erhalten – in einer Musikindustrie, die besonders Künstler, deren Musik und Aussehen eher „mainstream ist“, hervorhebt. Ihr Aussehen ist wild: sie trägt einen blonden Mohawk Haarschnitt, hat Piercings und Tattoos auf dem ganzen Körper. Sie hat sich unter anderem „made in Pakistan, product of Canada.“ auf dem Nacken tätowiert.

Sie entwickelt ihre Musikalität nun schon über neun Jahre lang: von Rap über Alternative und Progressive Rock bis hin zu ihrer eigenen Band, Scrap Army, die ich 2010 als Leadsängerin gründete. Ihr Bandkollege erklärt: „Urvahs Musik ist eine direkte Reflektion über ihre persönliche Reise: Wut, Verletzlichkeit und Achterbahnfahrt voller Höhen und Tiefen. Sie ist so eng mit ihrer Musik verbunden, dass ich glaube, dass sie es nie wieder loslassen könnte. Sie könnte niemals sagen: ‚Ich gebe die Musik auf‘.“

Nachdem sie mit 13 mit ihrer Familie von Pakistan nach Kanada ausgewandert ist, ist sie von Zuhause weggelaufen, um sich selbst zu finden, sagt sie. Aber sie liebt es sowohl kanadisch, als auch pakistanisch zu sein. Auf der einen Seite muss sie allerdings versuchen, die beiden kulturellen Erfahrungen miteinander vereinen, auf der anderen Seite fühlt sie sich in beiden Welten irgendwie wie ein Außenseiter. In Kanada ist sie eben nicht nur Kanadierin, sondern auch Pakistanerin, und in Pakistan ist sie nicht nur Pakistanerin, sondern auch Kanadierin.

Khan beschreibt ihren Musikstil als „Scrap Rock“, mit der Idee, etwas Neues aus den „scraps“ (Fetzen) der alten Rockwelt zu erschaffen. Sie will ein Genre, was droht auszusterben, wieder neu erfinden und zurück zu seinen Wurzeln finden.

In einem Interview mit Veronica Zaretski von CBS Arts erzählt sie: „In den späten 1930er Jahren im amerikanischen Süden, als die Sklaverei noch existierte, gab es eine Frau namens Schwester Rosetta Tharpe, die sich eine Gitarre anschnallte und Gospel spielte wie kein anderer. Sie war die Tochter eines afroamerikanischen Sklaven. Sie war eine Frau und sie war lesbisch. Und das war in den 1930er Jahren! Bis heute wird sie die wahre unbesungene Heldin des Rock’n’Rolls genannt, und als die Patin des Rock’n’Roll bezeichnet. Chuck Berry, Elvis Priestley, Little Richard, jeder schreibt ihr den Haupteinfluss des Rocks zu. Wenn du hörst, wie Elvis Priestley und all diese Männer versuchen, diese hohen Töne zu treffen, versuchen sie, eine schwarze Frau zu imitieren. Rock’n’Rolls entstand also durch eine schwarze, lesbische Frau. Vielleicht wurde Schwester Rosetta Tharpe zu ihren Lebzeiten nicht geschätzt, aber das ändert nichts an dem, was sie für Rock and Roll getan hat.“

Khan selbst führt eine Band an, in der vorwiegend weiße Männer spielen, und trotzdem wird sie als vollwertiges Bandmitglied wie jeder andere wahrgenommen. Khan sagt, in Pakistan existiere zwar eine lebhafte Rockszene, aber es gäbe nicht viele Frauen. die die Musik machen oder so aussehen wie sie. Khan hofft, dies zu ändern, in dem sie weiter ihre eigene Musik macht und südasiatischen Frauen mehr Möglichkeiten in der Rockszene gibt.