Jounalist Hasnain Kazim, gebürtiger Pakistaner, sagte nicht nein, als ihn seine Redaktion als Auslandskorrespondent im südasiatischen Raum einsetzen wollte. Zusammen mit seiner Frau landete er nicht wie geplant in Indien, wo man ihn aufgrund seiner pakistanischen Herkunft kein Visum geben wollte, sondern in seinem Heimatland.

Humoristisch und mit vielen Anekdoten porträtiert er Land und Leute – von einem Gespräch mit einen Mann, der nach einer Sintflut noch fastete bis hin zu dem Buchhändler, der ihn dazu beglückwünschte, sich eine europäische Frau angelacht zu haben.

Ein gebeuteltes Land das trotz allem seinen Humor nicht verloren hat.

Zur Frage wie es zur Entscheidung kam, antwortete er folgendes: „Während der Zeit in Pakistan habe ich viel erlebt, was kennzeichnend ist für die Entwicklung eines großen Teils der Welt. Das wollte ich in einem Buch zusammenfassen. Pakistan ist ein kompliziertes Land, und man muss ein wenig ausholen, um es zu erklären. Ich wollte ein Porträt des Landes zeichnen, das möglichst viele Facetten zeigt.“

Auch der Aufenthalt ging nicht spurlos an ihm vorbei: „Wir hat meinen Blick auf die Welt beeinflusst, insbesondere auf Deutschland. Man sieht Dinge mit anderen Augen, man rückt sein Wertesystem zurecht. Zum Beispiel stellt man fest, dass Dinge, über die in westlichen Ländern gejammert wird, oft Luxusprobleme sind.[…] Und dann merkt man, dass es noch ganz andere, noch existentiellere Sorgen gibt, die wir nicht hatten. Wir sind ja für pakistanische Verhältnisse sehr wohlhabend. Wenn man sich anschaut, unter welchen sklavenähnlichen Bedingungen manche Menschen in Pakistan leben, dann bekommen viele Dinge im Leben einen anderen Stellenwert. Dann merkt man, wie gut wir es eigentlich haben.“

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Erscheinungsdatum: 21.09.2015
Verlag: dtv Premium in Kooperation mit Spiegel Online
280 Seiten
14,90 €