Dr. Ruth Pfau, deutsche Ordensschwester und Ärztin, ist im Alter von 87 Jahren an den Folgen eines Schwächeanfalls in Pakistan verstorben. Als „Mutter der Leprakranken“ half sie seit den 1960ern zahllosen Lepra- und Tuberkuloseerkrankten. Pakistans Präsident Mamnoon Hussain betitelte ihren Tod als einen großen Verlust für Pakistan.

Ein bewegtes Leben

Die in Leipzig geborene Ärztin wurde von ihrem Orden im Jahre 1960 nach Indien geschickt, um als Frauenärztin zu arbeiten. Aufgrund von Visumsproblemen war sie daraufhin gezwungen, in Pakistan auf die Anerkennung ihres Visums zu warten. Dort begenete sie in einem Armutsviertel der Stadt Karatschi vielen Lepraerkrankten. Das Leid, das sie dort sah, ließ sie schnell den Entschluss fassen, ihnen helfen zu müssen. Im Jahre 1961 gründete sie das Marie Adelaide Leprosy Centre. Das Krankenhaus entwickelte sich zu einer anerkannten Institution im Bereich der Leprahilfe, ein Hauptförderer ist bis heute die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V.

Der Kampf gegen Lepra und Tuberkulose

Innerhalb weniger Jahre ließen sich große Erfolge verzeichnen: 1996 wurde die Krankheit Lepra in Pakistan unter Kontrolle gebracht. Daraufhin weitete sich ihr Therapieschwerpunkt auf Tuberkulose aus. Seit 1980 war Dr.Pfau als nationale Beraterin im Tuberkulose-Programm der pakistanischen Regierung tätig.

Mehr als 50.000 Erkrankte wurden laut der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe durch das Wirken Pfaus geheilt. Ihr Tod stellt einen großen Verlust dar.