Pakistans Autobahnen scheinen ungewohnt bunt. Fährt man einem LKW hinterher, kann es sein, dass man einem aufgemalten Tiger direkt in die Augen starrt.

Circa 30 Betriebe in Rawalpindi gibt es nun, die sich auf die ungewöhnliche Kunst spezialisiert haben. Die Künstler haben meistens kaum eine Ausbildung, viele haben ihr Handwerk von ihrem Vater gelernt. Lastwagen werden liebevoll in Handarbeit bemalt, mit bunten Klebeband beklebt oder mit Metall- und Plexiglasstücken verziert. An den Stoßstangen werden „Glückscharms“ befestigt.

Bei den Motiven hat der Auftraggeber oft wenig Mitspracherecht. Beliebt sind Blumen, Tiere und Landschaften, aber auch Porträts von Schauspielern oder politischen Persönlichkeiten. Sogar Waffen und Kampfflugzeuge finden ihren Platz auf den Autowänden.
Ein Truck kann von einer Woche bis hin zu drei Monaten in Arbeit sein.

Ajum Eana, selbst aus Pakistan, brachte die Kunst weg von der Straße in Galerien hinein und trug wesentlich dazu bei, deren Bekanntheit zu steigern. Die Geschäftsfrau lässt einheimische Maler kleine Alltagsgegenstände bemalen, die dann in der halben Welt verteilt werden – Bestellungen aus Dänemark und Dubai haben sie häufig. Auch Galerien interessieren sich immer mehr für die pakistanischen Künstler. Die von UNESCO ausgezeichnete Firma „Tribal Truck Art“ brachte jene schon in Ausstellungen in London, Indien, Paris und den USA.

„Ich liebe diese Kunst, und ich wollte, dass sie Eingang in den Lebensalltag der Menschen findet und sich nicht nur auf pakistanischen Straßen abspielt“