Ahad“ bedeutet „Gott ist der Einzige“ und ist der Slogan des gleichnamigen pakistanischen Modelabels mit Sitz in Deutschland. Gemeinsam mit seinem Bruder betreibt CEO Shahab Din seit letztem Jahr den AHAD – THE ONE Mode-Onlinestore. Im exklusiven Interview mit dem pakistan Portal klären wir, was ihnen muslimische Mode bedeutet und welche Hürden sie nehmen mussten, um in der deutschen Unternehmerszene Fuß zu fassen.

© AHAD THE ONE

Bei AHAD handelt es sich um einen Fashion- Onlineshop, der muslimische Mode betreibt. Was bedeutet muslimische Mode für Sie?

Muslimische Mode bedeutet, sich moderat zu kleiden, aber aktuelle Mode nicht außer Acht zu lassen. Man braucht sich nicht in eine traditionelle Kluft zu hüllen, um seinen muslimischen Glauben nach außen hin zu vertreten. Muslimische Mode kann alles beinhalten, was Rechenschaft aber auch modischen Spürsinn aufzeigt.

Wir heben uns von anderen Fashionlabels dadurch ab, dass wir versuchen, etwas mit unserer Marke und unserer Mode zu bewirken. Unsere Artikel sind Träger einer Botschaft und einer Mission. Dadurch hebt sie sich von anderen Marken auf der Welt ab. Unser Ziel ist es, Muslime unter unserem Label zu vereinen- und zwar für alle sichtbar.

 

Ihr versucht, die beiden Themen Religion und Mode miteinander zu vereinen. Wie kam euch die Idee?

Dass das Label AHAD heißt, kommt natürlich nicht von ungefähr. „Ahad“ ist der Ausruf eines Sklaven in einer im Koran überlieferten Geschichte, in der er von anderen dazu gedrängt wird, seinem Glauben abzuschwören, woraufhin dieser nur entgegnete: „Ahad, Ahad!“- Gott ist der Einzige. Er stand für seinen Glauben ein. Diese Geschichte steht unserer Meinung nach symbolisch für die heutige Zeit: Muslime stehen vermehrt unter dem externen Druck, sich vom Islam abzuwenden. Unsere Reaktion darauf kann man auf unseren Produkten lesen: Ahad, ahad! Wir hoffen, dass unsere Marke dabei hilft, auch andere in ihrem Glauben und ihrer Standhaftigkeit vor externen Einflüssen zu bestärken.

Darüber hinaus spenden wir von jeder eingegangenen Bestellung mindestens 5% an gute Zwecke. Die Erlöse gehen nicht nur an pakistanische Organisationen, sondern werden international eingesetzt. Das ist uns bei unserer Arbeit wichtig; auch etwas zurückzugeben.

 

© AHAD THE ONE

In eurem Online-Shop gibt es ein großes Angebot an Männermode. Wie verhält es sich mit eurem Frauen-und Kindersortiment?

Das Ziel des Labels ist es ja, alle Muslime unter einem Banner zusammen zu bringen, ihnen eine Identität zu geben. Darunter fallen natürlich auch Frauen und Kinder, keine Frage. Aus diesem Grund arbieten wir gerade daran, die Frauen- und Kinderkollektion aufzustocken. Klar können wir uns persönlich mehr mit Männermode identifizieren, hier sind wir zu Hause. Doch wir setzen immer mehr Fuß in Sachen Frauenmode. Wir bieten Produkte, die sich mit traditionell muslimischer Frauenmode kombinieren lassen. Somit versuchen wir, unsere Kunden auch auf der mentalen Ebene zu erreichen. Wenn sie unsere Produkte tragen, soll sie das zum Nachdenken über ihren Glauben anregen. Dass über unsere Werte und unsere Botschaft reflektiert wird, ist uns wichtig.

 

© AHAD THE ONE

Was sind eure Erfahrungen als pakistanisches Label in Deutschland?

Zwar sind wir auch viel auf internationalen Messen und Festivals unterwegs, aber Deutschland bedeutet für uns immer noch unser -wenn auch noch recht kleiner- Hauptmarkt. Unsere Zielgruppe sind in Europa und in Deutschland lebende Pakistaner. Hier sind wir ganz bewusst in einer Nische unterwegs. Auch wenn wir nicht die einzigen sind, die ein muslimisches Modelabel gegründet haben, haben wir dennoch eine Reichweite, mit der wir zufrieden sind. Umso erfreulicher die positive Resonanz, die wir von unseren Kunden bekommen!

Leider haben wir aber auch negative Erfahrungen als muslimisches Label in Deutschland gemacht. So wollten uns beispielsweise auch schon Zulieferer nicht bedienen, einfach weil wir Muslime sind. Wir als Label haben genauso mit Vorurteilen zu kämpfen wie viele andere Muslime in Deutschland auch. So versuchen wir diesen Ahad-Gedanken auch an dieser Stelle zu vermitteln: Wir überzeugen unsere Partner davon, dass unser Glaube uns darin bestärkt, friedlich und rechtschaffend zu arbeiten. Auf negative Erfahrungen kommt gleichwohl sehr viel positive Resonanz, die überwiegt und uns motiviert, weiterzumachen. Unsere Botschaft lässt sich somit in unserer Geschäftspolitik auf mehreren Ebenen finden, nicht nur auf unseren Shirts, sondern auch darin, wie wir handeln und auftreten.

 

© AHAD THE ONE

Welche Rat würden Sie pakistanischen Jungunternehmern geben, die in Deutschland Fuß fassen möchten?

Grundsätzlich sind Pakistaner schnell entflammbar. Die beste Voraussetzung, um loszulegen, um sein Ziel zu erreichen. Er muss seine Idee verinnerlicht haben und auch nach außen hin verkörpern- und Durchhaltevermögen zeigen! Jemanden anderen zu kopieren wird nie erfolgreich machen, es ist wichtig, dass man sein eigenes Konzept hat und auch daran festhält. Somit steht einem Pakistaner in der deutschen Unternehmerszene nichts im Weg, was er nicht überwinden könnte.

 

Vielen Dank für das Interview!