Die Hunzukuc sind Bewohner des Hunzatals in Pakistan. Gerüchten zufolge sollen sie eine Lebenserwartung von bis zu 130, manchmal sogar bis 145 Jahren haben. Zudem sollen sie angeblich wenige oder keine Krankheiten haben und sind bis ins hohe Alter agil, was dazu führt, dass Männer jenseits der 100 Jahre noch Kinder zeugen können.

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Doch was steckt wirklich hinter diesen Aussagen?

Über den „Hunza-Stamm“ gibt es viele Mythen, die sich vor allem auf die Ernährung und Lebenserwartung konzentrieren. Seit den 1960er Jahren werden diese Vorstellungen als Hunza-Mythos in Verbindung mit diversen Hunza-Produkten gebracht und als Ernährungslehren verbreitet. Die ersten Berichte über den Stamm, die nach Europa gelangten war, nachdem britische Ganisonen das Tal im Jahr 1870 erkundeten. Sie beschrieben die ca. 8.000 Einheimischen als „sehr gesunde und lang lebenden Menschen mit hellerer Haut als ihre Nachbarstämme.“

In der Nahrung liegt angeblich ihr Geheimnis. Sie essen nur zweimal täglich – ein reichhaltiges Frühstück am Morgen und Abendessen nach Sonnenuntergang. Dabei werden hauptsächlich nur rohe Früchte wie Birnen, Kirchen, Äpfel und Aprikosen und Gemüse wie Möhren, Rüben, Kürbisse und Kartoffeln gegessen. Weitere wichtige Bestandteile ihrer Ernährung sind Nüsse und ihre Öle, sowie Milch, Joghurt und Käse. Dazu trinken sie viel reines mineralhaltiges Wasser aus den Gletscherbächen.

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Doch der Grund, weshalb sie angeblich nicht an Krankheiten erkranken, sind Aprikosensamen. Sie sind reich an Vitamin B17 und B20. Diese würden sie in großen Mengen essen.

Verbreitung des Glaubens

Die Gerüchte um die Hunzukuc basieren auf dem Buch „The Healthy Hunza“ des Amerikaners Jerome Irving Cohen, das im Jahr 1947 veröffentlicht wurde. Doch das Buch wurde erst in den 1960er Jahren bekannt, als in den USA ein verstärktes Interesse an gesunder Ernährung einsetzte. Dabei spielte es keine Rolle, dass wissenschaftliche Studien, das Gegenteil belegten.

Der junge Arzt Dr. Maximilian Bircher-Benner stellte im Jahr 1900 seine revolutionäre Ernährungstherapie vor der Züricher Ärzteschaft vor: „Sonnenlichtnahrung“. Seine neue Rohkostnahrung wurde zunächst als Apfeldiätspeise bekannt und später als „Bircher Müsli“ zu einem Welterfolg.

Dabei war Maximilian Bircher-Benner nur der Legende der Hunzas verfallen, obwohl er selbst nie im Tal der Hunza gewesen war. Drei Jahre später veröffentlichte sein Sohn, Ralph Bircher, das Geheimnis des Müsli-Erfinders in seinem Buch „Hunza – Das Volk, das keine Krankheiten kennt“.

Lüftung des Geheimnisses

Der Glaube an die hohe Lebenserwartung der Hunzukuc lässt sich einfach erklären. Die Hunzas können keine Geburtsregister führen, da sie keine Schriftsprache besitzen. Somit konnten sie sich die genauen Geburtsdaten nicht notieren. Das hat dazu geführt, dass der Mythos der Langlebigkeit der Hunzukuc entstehen konnte.