Mitten im Nirgendwo in der Provinz Sindh liegt die Chinesische Mauer von Pakistan – Fort Ranikot. Mit seinen ca. 26 km Umfang gilt der Komplex als die vermutlich größte Festungsanlage der Welt. Seit 1993 gehört der imposante Sandstein-Komplex zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die unbekannten Erbauer machten sich die umliegenden Gebirge und Flüsse zu Nutze, um das Fort von der Welt abzuschotten. Auch im Inneren der Festung liegen Berge, die die zwei Bergfestungen Meeri und Shergarh tragen. Die heiße, trockene Wüstenlage bot zwar einen großen Überblick über das umliegende Land, machte die interne Wasserversorgung umso wichtiger. Dies wurde durch die zuströmenden Flüsse und kleinen Quellen und Zisternen gewährleistet. Der Legende nach versammeln sich Feenwesen regelmäßig an bestimmten Quellen – eventuell ein Indiz für Kultstätten.

Man weiß nicht viel über Fort Ranikot, weder wer die Erbauer waren, noch warum man es mitten im Nirgendwo platzierte. Bekannt ist nur, dass es Mitte des 19. Jahrhunderts als Herrschaftssitz der Talpur-Dynastie diente, es jedoch wieder verlassen wurde, nachdem das Fort den „modernen“ Waffen nicht mehr gewachsen war. Die pakistanischen Behörden zeigen wenig Interesse an der Erforschung des Monuments. Grabungsgruppen, die 1950 in das Gebiet geschickt wurden, erforschten nur die angrenzende Amri-Kultur und ließen die Festungsanlage außen vor. Auch der Tourismus wird vernachlässigt, obwohl es vom National Highway sehr leicht zu erreichen ist und sicher einige Besucher anlocken könnte.

Die Geschichte Fort Ranikots wird uns also vorerst verschlossen bleiben.