Die Stadt Chiniot im Süden Punjabs ist in Pakistan vor allem für ihre Möbel bekannt. Doch wer die Stadt schon einmal besucht hat, der weiss, dass die Stadt noch viel mehr zu bieten hat. Prunkvolle Architekturen schmücken die Stadt entlang des Chenab Flusses. So findet man dort auch den Umar Hayat Mahal.

Der Umar Hayat Mahal ist nicht irgendein Gebäude, er bringt einen historischen Wert mit sich und eine Geschichte die kaum einer kennt. Denn der junge Umar Hayat heiratet seinerzeit gegen den Willen seiner Familie und war dazu gezwungen sein Zuhause zu verlassen und sich im heute indischen Kalkutta niederzulassen. Dort bekam seine Familie Zuwachs und sein Sohn Gulzar wurde 1920 geboren, doch Umar Hayat hatte nur seine Heimatstadt im Kopf. In Kalkutta war er ein angesehener Bussinessman, doch all der Reichtum brachte ihn nicht dahin, wo er am liebsten sein wollte. Deshalb beschloss er nach Chiniot zurückzukehren und ließ sich dort ein prunkvolles „Haveli“ (dt. großes Haus/Villa) errichten. Die beiden Handwerker Rahim Baksh Pirjah und Elahi Baksh Pirjah waren für ihr Talent bekannt und bekamen die Aufgabe das Haus für Umar Hayat zu errichten.

So begann der Bau im Jahre 1923 und wurde sieben Jahre später fertiggestellt. Für Umar Hayat selbst war es nur ein kurzes Vergnügen in dem prunkvollen Anwesen zu leben, denn er verstarb bereits im Jahre 1935. Und dies verheißte bereits das Ende des Gebäudes, da auch sein Sohn und seine Ehefrau einige Jahre später starben und im Hof des Hauses beerdigt wurden.

In den Jahren danach siedelten sich dort viele Insitutionen und Vereine an, doch keiner konnte sich so wirklich halten. Zudem wurden die antiken Möbel und Teile des Gebäudes aus dem herrenlosen Haus von Dieben geklaut. Bis heute ist nicht entschieden was mit dem Umar Hayat Mahal passieren soll, ein wunderschönes Gebäude mitten in Chiniot steht leer und niemand möchte es bewohnen!