Pakistanische Mädchen die boxen? Nie und nimmer, würde manch ein Pakistaner sagen.

In einem Land in dem Mädchen oft überfallen oder Opfer von häuslicher Gewalt werden, scheint es wichtig, dass sie sich selbst verteidigen können. Jedoch sind die Vorurteile groß, die Gefahren, gerade durch die Taliban, die gegen „unislamische“ Mädchen vorgehen, noch größer.

„Letztes Jahr kam ein Mädchen zu mir und fragte mich, warum Mädchen nicht boxen dürften. Ich war berührt als sie sagte: ‚Keiner bringt uns bei, wie wir uns selbst verteidigen können’“, erzählte Younis Qambrani, Gründer eines Box-Clubs und selbst Familienvater. So kam es, dass er seine Schule in Pakistans größter Stadt Karatschi, trotz des gesellschaftlichen Drucks, auch jungen Mädchen öffnete und ihnen die Chance bot, sich an dem Kampfsport zu versuchen. Viele seiner Schülerinnen besuchen das Training nach der Schule. Sie kennen den Sport meist von zuhause aus; der Vater oder Bruder sei ebenfalls Boxer oder gäbe Unterricht.

Die Träume der elf Mädchen in Qambranis Schule sind groß: Seine 15-jährige Tocher Urooj träumt davon einmal als internationale Boxerin Karriere zu machen und den Namen Pakistans – auch abseits von Terror – berühmt zu machen.

Qambranis Schule ist nur eins der Zeichen, dass in Pakistan ein Wandel von statten geht. Im Oktober 2015 fand das erste staatlich finanzierte Boxcamp für Mädchen statt, an dem auch die Töchter des Familienvaters teilnahmen. Es mag vielleicht nur ein kleiner Schritt sein, aber ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.